Besuchswünsche für die Großtierpraxis bitten wir, für vormittags bis spätestens 8.30 Uhr angemeldet zu haben, für abends bis spätestens 16.30 Uhr. Für Notfälle sind wir natürlich immer und rund um die Uhr erreichbar!

Bitte benutzen Sie ausschließlich die Praxis - Rufnummer 06661 - 91888006661 - 918880. Unter dieser Telefonnummer sind wir immer erreichbar!

24.05.2016

Blauzungenkrankheit wieder auf dem Vormarsch?

Die Blauzungenkrankheit steht wieder vor den Toren der Bundesrepublik: von Frankreich aus könnte uns das BTV 8 - Virus wieder erreichen, in Bulgarien ist BTV 4 aufgetreten.

Vor diesem Hintergrund hat die EU das Impfverbot aufgehoben, das Land Baden - Wüttemberg hat beschlossen, flächendeckend impfen zu lassen und das RP Darmstadt hat die Impfung offiziell erlaubt, befristet bis Ende 2016.

Ob wir Ihnen zur Impfung raten werden wird von der weiteren Entwicklung abhängen, besonders empfindliche Tiere haben wir bereits wieder geimpft.

02.02.2016

Hessen endlich EU anerkannt BHV1 - freie Region

Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 08.12.2015 reiht sich Hessen offiziell in die als BHV1 - frei anerkannten Bundesländer ein. Damit entfallen die Handelshemmnisse, z.B. beim Verkauf von Zucht- und Masttieren nach Bayern. Umgekehrt dürfen nach Hessen aus nicht anerkannten Ländern Tiere nur mit Einzeltiernachweis verbracht werden. Die letzte Auktion in Alsfeld hat dadurch nach Teilnehmerangaben bereits eine deutliche Belebung erfahren.

Näherses unter: https://umweltministerium.hessen.de/verbraucher/tiergesundheit-tierseuchen/tierkrankheiten-tierseuchen/bovine-herpesvirus-infektion-typ

Zur Aufrechterhaltung des Status werden weiterhin jährliche Blutuntersuchungen erforderlich sein (s.u.), so wie im vergangenen Jahr. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr HIT - Register spätestens am Tag vor der Blutentnahme aktuell ist, bzw. verständigen Sie uns, wenn danach noch Änderungen im Bestand vorgenommen werden. Vielen Dank!


15.02.15

Neue überarbeitete Richtlinien für die BHV1 - Bekämpfung

Seit Januar 2013 gibt es verschärfte Richtlinien für die BHV1 - Bekämpfung. Ziel ist, Hessen baldmöglichst als BHV1 - freie Region anerkannt zu bekommen, um so schnell wie möglich die derzeitigen Handelshemmnisse z.B. mit Bayern zu beenden. Diese wurden ab 2015 dahingehend weiter verschärft, dass auch in BHV1 - freien Milchviehbetrieben Einzeltiernachweise geführt werden müssen. Das kann (vorzugsweise in Betrieben mit MLP) zweimal jährlich über die Milch erfolgen (Einzelproben, nicht mehr Tankmilch!), oder wie in Mutterkuhbetrieben 1 x pro Jahr über Blutuntersuchung aller über 24 Monate alten Rinder. Es scheint, dass der Weg über die Blutproben in unseren Nicht MLP - Betrieben die kostengünstigere Variante ist.

 In BHV1 - freien Mutterkuhbetrieben mit einem Kuhanteil von über 30% werden 1mal jährlich alle Rinder älter als 24 Monate geblutet.

In Mastbetrieben oder Mutterkuhbetrieben mit weniger als 30% Kuhanteil muss das Blut von allen Tieren, die älter als 9 Monate sind untersucht werden. Hiervon gibt es nur ganz wenige Ausnahmen und nur für Tiere, die nicht auf die Weide gehen.

Das Landeslabor Kassel, das die Untersuchung durchführt, will nur noch maschinenlesbare Untersuchungsvordrucke aus dem HIT - Register haben! Diese drucken wir für unsere Landwirte aus, benötigen dafür aber eine Hoftierarzt - Vollmacht, das HIT - Register muss aktuell sein und Tiere, die nicht untersucht werden sollen müssen uns rechtzeitig mitgeteilt werden!

Unsere Praxis - HIT - Nummer, notwendig für die Tierarzt - Vollmacht,  können Sie per e - mail erfragen (siehe Impressum/Kontakt). Das Formular für die Hoftierarzt - Vollmacht finden Sie auf der HIT - Startseite unter "Weitere Abfragen und Funktionen..." oder einfach hier.

18.02.2012

Schmallenberg - Virus

 Mit der Infektion mit dem Schmallenberg - Virus hat uns eine völlig neue, bis dahin unbekannte Krankheit "erwischt". Darüber, wie weit die Seuche schon verbreitet ist, wissen wir leider noch zu wenig. Manches ist aber sicher: ähnlich wie das BT - Virus wird auch dieses Neue von Gnitzen übertragen, eine direkte Übertragung von Tier zu Tier scheint es nicht zu geben. Symptome bei Rindern: Fieber, Euterentzündungen, Fehl-, Früh- und Totgeburten mit z.T. mißgebildeten Kälbern, bestandsweise gehäuft. Symptome in Schaf- und Ziegenbeständen: mißgebildete, lebensschwache Lämmer, Totgeburten, Unfruchtbarkeit(?). Zur Untersuchung sollen die Lämmer bez. Kälber eingeschickt werde, da der Virusnachweis am ehesten im Gehirn gelingt. Inzwischen ist es auch relativ zuverlässig, den Nachweis über Mekonium = Darmpech zu führen.

Der Übertragungsweg macht es ähnlich wie zu den Anfangszeiten der BT sinnvoll, die Gnitzen so weit wie möglich zu bekämpfen mit Antifliegenmitteln (Aufguss oder Ohrclips), auch wenn diese leider nicht voll befriedigend gegen Gnitzen helfen.

Für nähere Infos müssen auch wir immer wieder das Internet bemühen, einen Impfstoff wird es wohl bis auf Weiteres nicht geben. Näheres auf der Homepage des FLI unter http://www.fli.bund.de oder beim hessischen Landwirtschaftsministerium unter http://www.hmuelv.hessen.de/irj/HMULV_Internet?uid=d694b60f-0c6d-431f-012f-31e2389e4818


18.03.2013

BVD - Bekämpfung: Bundesweite Bekämpfung seit 2011

Seit 2011 werden alle Rinder einmalig untersucht, ob sie BVD - Virusträger sind. Inzwischen geschiehtdies fast ausschließlich über Ohrstanzproben neugeborener Kälber. Die Proben müssen bis zum 7. Lebenstag genommen sein, sonst wird das Ergebnis ungenau. Der Status kann im HIT - Register eingesehen werden.

Tierschutz:
Ferkelkastration ab 8. Lebenstag nur noch unter Betäubung

Seit dem 25. April 2006 dürfen Ferkel ab dem 8. Lebenstag nur noch vom Tierarzt und unter Betäubung kastriert werden. Auch wenn auch diese Neuregelung einige Fragen offen läßt, bedeutet es doch einen Fortschritt für den Tierschutz, ohne die Landwirte nennenswert zu belasten.

Rinder aktuell -  immer noch:                                         09.11.05, aktualisiert 15.11.08

-      Rindergrippe (PDF)

-     BHV 1 - Bekämpfung (IBR) und neue Regelungen (PDF)

-     Herbstentwurmung - sinnvoll und notwendig? (PDF)

Rindergrippe  -  Impfung ist möglich 

Immer wieder in Herbst und Winter macht uns die Rindergrippe zu schaffen. Teilweise erkranken ganze Bestände, vor allem die Jungtiere erholen sich danach langsam und entwickeln sich schlecht, Todesfälle kommen trotz bestmöglicher Behandlung vor. Rindergrippe ist eine sogenannte Faktorenkrankheit, das heißt mehrere Faktoren kommen meist zusammen, bevor die Grippe ausbricht: Stress durch Transport, Futterumstellung, schlechte, feucht - warme Stallluft, fehlende oder feuchte Einstreu und verschiedene Viren und Bakterien können gemeinsam zur Erkrankung führen. Die Grippe - Impfung beseitigt natürlich nicht die begünstigenden Faktoren und verbessert nicht die Haltungsbedingungen. Dennoch haben wir glücklicherweise in unserer Praxis sehr gute Erfahrungen mit der Impfung gemacht. Betriebe, die vorher fast jedes Jahr erhebliche Probleme mit Rindergrippe hatten, haben seit sie impfen lassen weitgehend Ruhe. Selbst wenn mal ein einzelnes Tier hustet, ist eine Erkrankung des ganzen Bestandes bzw. aller Jungtiere ausgeblieben. Das ist leider nicht immer so. Möglichst wenig Zukauf, gute Haltungsbedingungen, gute Stallluft und Zuwendung ist vor allem für die Jungtiere nach wie vor das A und O der Gesunderhaltung. Wenn die Tiere aber trotzdem krank werden, dann kann die vorbeugende Impfung sehr helfen. Wer braucht nicht über Impfung nachdenken: Wer seine (Jung-) Tiere im Offenstall oder Halboffenstall hält, nicht ständig zukauft oder nur aus einem bekannten Betrieb und die Tiere selbst holt (ohne Händler), hat fast nie Probleme mit Rindergrippe. Und umgekehrt, wer sein Kälber auf engstem Raum zusammenpfercht oder dicht an dicht hinter den Kühen in der Stallgasse ohne wirklich trockene Einstreu angebunden hat, am besten noch direkt an einer von Schwitzwasser feuchten Wand, der braucht auch nicht zu impfen, hier kann die Impfung keinen Erfolg haben. Aber solche Haltungsbedingungen gibt es ja zum Glück gar nicht mehr, oder? Schließlich sind ja die Kälber die Kühe von morgen, und nur ein gesundes Kalb kann zu einer gesunden und leistungsfähigen Kuh heranwachsen.

Stand der BHV 1 - Bekämpfung (IBR) und neue Regelungen: 

Vorbemerkung für alle Nicht - Landwirte: IBR ist eine reine Rinderkrankheit und für Menschen völlig ungefährlich! Das Bekämpfungsverfahren hat vor allem marktwirtschaftliche und erst in zweiter Linie tiergesundheitliche Gründe.
Dennoch wird die IBR - Bekämpfung in Hessen in die zweite Runde gehen, die Bestimmungen werden zum 01.01.2006 verschärft (s.u.). Glücklicherweise ist in unserer Praxis nur noch 1 Betrieb betoffen, die meisten Betriebe sind als BHV 1 - unverdächtig eingestuft. Um diesen Status zu halten, sei hier noch einmal daran erinnert, dass 

-          Mutterkuhbetriebe eine jährliche Blutuntersuchung durchführen lassen müssen. Fristüberschreitungen können zum Verlust des Status führen. Wir versuchen, Sie rechtzeitig an den nächsten Termin zu erinnern, letztendlich verantwortlich für die Durchführung sind aber die Landwirte, also denken Sie auch bitte auch selbst daran, damit keine Pannen passieren. 

-          Milchviehbetriebe werden regelmäßig halbjährlich über die Milch kontrolliert, aber nur, wenn sie den HVL mit der Untersuchung beauftragt haben. Seit Sommer diesen Jahres verschickt der HVL die Untersuchungsbefunde auch an die Tierbesitzer und nicht mehr nur an das Veterinäramt (nicht aber an uns). Sollten Sie noch keinen Untersuchungsbefund bekommen haben, fragen Sie bitte beim Veterinäramt oder beim HVL nach! 

-alle Betriebe, die nicht als BHV - unverdächtig eingestuft sind, müssen jährlich Blutuntersuchungen des Gesamtbestandes machen lassen. Noch in diesen Betrieben lebende Reagenten (bei der Blutuntersuchung gE - positiv) müssen mit roten Ohrmarken gekennzeichnet sein! Diese Reagenten sollten so schnell wie möglich den Bestand verlassen. Bis dahin müssen sie halbjährlich geimpft werden, um das Risiko von Neuansteckungen so weit wie möglich zu verringern. Auch hier ist verstärkt auf die Einhaltung der Fristen zu achten, sonst könnte der Status als kontrollierter Impfbetrieb verloren gehen!  

Seit Januar 2006 dürfen Tiere (auch Absetzer) aus Betrieben ohne anerkannten Status nicht mehr frei gehandelt werden, sondern nur noch auf direktem Wege zum Schlachthof transportiert werden (die Reagenten sowieso)! 

Herbstentwurmung  -  sinnvoll und notwendig?
Steigende Leistungen unserer Nutztiere machen eine artgemäße und leistungsgerechte Ernährung immer schwieriger. Auch wenn Rinder auf Würmer nicht ansatzweise so empfindlich reagieren wie z.B. Schafe und Ziegen, so sollte man dennoch keine Parasiten am Futter teilhaben lassen. Dies führt im einfachsten Fall zu deutlichen Leistungseinbußen, in schwereren Fällen zu chronischen Durchfällen, Fruchtbarkeitsstörungen, erhöhter Anfälligkeit für Infektionen usw. Besonders in feucht - warmen Sommern können sich Parasiten auf den Weiden hervorragend vermehren. Feuchte Niederungen, Wasserlöcher auf Weiden u.ä. freuen die Parasiten besonders.
Deshalb macht (neben der Weidesanierung) die Entwurmung zu Beginn der neuen Stallperiode prinzipiell Sinn. Mutterkuhhalter machen dies schon seit längerem. Inzwischen sind auch für Milchvieh relativ  preisgünstige Aufgusspräparate ohne Wartezeit für Milch auf dem Markt, so dass eine Routineentwurmung auch für Milchviehbetriebe sinnvoll sein kann und zu (deutlicher?) Leistungssteigerung führen soll. In Zweifelsfällen können wir schnell und einfach in der Praxis eine Sammelkotprobe auf Vorhandensein von Wurmeiern untersuchen. Für Bio - Betriebe ist diese Untersuchung vor Anwendung von Antiparastika vorgeschrieben.  


zurück zum Seitenanfang