Welche Impfungen braucht Ihr Pferd? (PDF)


 Warum wir Impfungen grundsätzlich für sinnvoll und notwendig halten, können sie auf der Kleintierseite nachlesen (Impfung und Naturheilkunde - ein Widerspruch?) (PDF). Doch auch bei Pferden sind nicht alle möglichen Impfungen auch unbedingt wichtig.


Tetanus: Ihr Pferd sollte unbedingt gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) geimpft sein! Tetanus ist eine bakterielle Wundinfektion, bei der der von den Bakterien gebildete Giftstoff zu starken Nervenreizungen und einer extremen Verkrampfung der entsprechenden Muskulatur führt. Kleinste Verletzungen reichen für eine Infektion. Wenn Tetanus auftritt, ist die Behandlung schwierig und langwierig, die Patienten sterben häufig trotzdem sehr qualvoll.
Die Impfung ist sehr zuverlässig, sicher und preiswert. Für die Grundimmuni-sierung sind drei Impfungen im Abstand von 4 - 8 Wochen und einem Jahr erforderlich, dann hält der Impfschutz bei den von uns verwendeten Impfstoffen
2 Jahre (bei einigen Impfstoffen ist unter bestimmten Bedingungen auch ein dreijähriger Impfschutz möglich).
Wenn sich ungeimpfte Pferde verletzen, sollten sie auch bei harmlosen Wunden unbedingt Tetanus - Serum erhalten!


Tollwut: Pferde, die Tag und Nacht auf der Weide stehen, sollten auch Tollwut geimpft sein. Auch wenn ein gesunder Fuchs sicher kein Pferd beißt und die Verbreitung der Tollwut stark abgenommen hat (z.Zt ist die BRD tollwutfrei), tritt leider auch bei Pferden immer wieder Tollwut auf. Tollwut ist bei Mensch und Tier absolut tödlich, schon der Verdacht reicht, dass das Tier in Quarantäne gestellt oder getötet werden muss. Zum Schutz vor Tollwut reicht eine einmalige Impfung, die mit den derzeitigen Impfstoffen beim ersten Mal jährlich, dann wie die Tetanusimpfung alle 2 Jahre wiederholt werden sollte.

Influenza: Für Pferde, die am offiziellen Turniersport teilnehmen, ist die halb-jährliche Impfung (Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 4 - 6 Wochen) vorgeschrieben. Influenza ist eine Virusinfektion, die von Pferd zu Pferd übertragen wird, hoch ansteckend ist und eine schwere grippeartige Erkrankung mit meist hohem Fieber hervorruft.

Herpes: Ähnlich wie bei Influenza können die Erscheinungen bei der Herpes-infektion der Pferde (EHV 1,4) aussehen. Häufiger noch als bei Influenza kommen bei der Herpesinfektion auch Todesfälle vor. Wir empfehlen daher dringend, Pferde die gegen Influenza geimpft werden, auch gegen EHV impfen zu lassen, auch wenn die Kombinationsimpfung teurer ist und unbedingt halbjährlich wiederholt werden muss (alle Herpesviren rufen eine schlechte Immunität hervor). Zwar gibt es keinen absoluten Schutz vor Herpesinfektionen, aber auch nichts Besseres als die Impfung. Auch die FN und der Fachausschuss der Bundestierärztekammer geben diese Empfehlung!

Wer kann auf die Influenza-/Herpesimpfung verzichten? Wenn ihr Pferd (oder ihre Pferde) selten oder nie mit anderen Pferden zusammenkommt, sie nicht auf Turniere fahren oder an Trails teilnehmen und keine Fohlen ziehen wollen und sie einen guten luftigen Stall oder Unterstand haben, raten wir nicht unbedingt zur Impfung, das Risiko einer Infektion besteht dann zwar, ist aber nicht sehr groß.

Sollte Ihr Pferd auf Impfungen mit irgendwelchen unerwünschten Nebenwirkungen reagieren, sprechen Sie uns unbedingt an, dies lässt sich meist mit einer homöopathischen Begleitbehandlung verhindern.


Der Equidenpass:

Seit August 2000 müssen alle sogenannten Equiden (= Pferdeartige Tiere), also Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel einen Equidenpass haben. Leider ist dies noch immer nicht der Fall, deshalb dieser Hinweis.
Im Equidenpass sind alle wichtigen Daten des Tieres eingetragen, einschließlich der Abzeichen, so dass der Pass individuell und nicht übertragungsfähig ist. Seit Juli 2009 müssen alle Pferde, die einen neuen Equidenpass bekommen, zusätzlich mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden, der den Brand ersetzt und die Tiere tatsächlich unverwechselbar macht. Dieser Chip muss bei der FN bestellt werden, wie auch die Antragsunterlagen! Üblicherweise geht das über das HIT - Register.

 Im Equidenpass ist auch eingetragen, ob das Tier zur Schlachtung bestimmt ist (das heißt, ob es prinzipiell am Ende seines Lebens geschlachtet werden darf) oder nicht. Dies ist unter anderem wichtig für die Auswahl von Arzneimitteln, die wir im Krankheitsfall anwenden dürfen. Bringen Sie daher bitte den Equidenpass möglichst zu jeder Behandlung mit!

zurück zum Seitenanfang